„Geld regiert die Welt“

Peter Conzelmann

Er ist einer der altklügsten Sprüche, den wegen des simplen Reims schon kleine Kinder aufsagen können: „Geld regiert die Welt“. Er fand bereits im Jahr 1541 Eingang in die in Frankfurt am Main aufgelegte Sprichwörtersammlung des Theologen, Philosophen, Publizisten und Buchdruckers Sebastian Franck. 1616 nahm der Gelehrte Georg Henisch die Redewendung in sein Wörterbuch „Teütsche Sprach und Weißheit“ auf. Seither ist sie in aller Munde.

Auch in anderen Sprachen wurde die Einsicht in einem Merkspruch festgehalten. Im Englischen sagt man es mit „Money makes the world go around“ etwas blumiger und meint damit ganz allgemein die Verhältnisse zwischen den Menschen. Wie nah das Geld an den Regierenden selbst ist, darf man derzeit wieder in den USA beobachten.

Wie schon vor Kurzem in unserem Blog (https://www.zeitenwende.online/2026/09/23/wie-man-wahlen-gewinnt/) festgehalten, wendet der schandhafte US-Präsident allerhand Tricks und Winkelzüge an, das Ergebnis der anstehenden Midterms-Wahlen im Vorfeld zu beeinflussen: Neben Druck auf die Medien per Ausschluss aus den Pressekonferenzen, Beeinflussung der Entscheidungen der Zentralbank im Hinblick auf die Höhe der Leitzinsen wird auch regelmäßig die Justiz bis hinauf zum Supreme Court attackiert. Von den üblichen Manipulationsvorwürfen gegenüber den Demokraten ganz abgesehen.

Nun wurde auch bekannt, dass die US-amerikanischen Tech-Milliardäre den im Umfrage-Tief liegenden US-Präsidenten mit kräftigen Geldspritzen unterstützen. Wen wundert es, gehörte diese erlesene Gruppe doch von Anfang an zu den Hauptnutznießern des Trumpschen Regimes.

Allen voran natürlich der Lauteste unter ihnen: Elon Musk. Allein er spendete sage und schreibe 276 Millionen US-Dollar dafür, dass die Macht Trumps durch einen ungünstigen Wahlausgang nicht geschmälert wird. Das Ganze kommt on top zu den 100 Millionen, die er in den Monaten zuvor schon für den gleichen Zweck locker gemacht hat.

Der heftige Knatsch, der zwischen Musk und Trump nach dem Zwischenspiel beim „Department of Government Efficiency“, kurz DOGE, mit welchem der Unternehmer als Berater der Regierung auf unliebsame staatliche Institutionen losgelassen wurde, ausgebrochen war, ist damit so gut wie vergessen. Man hat sich wieder lieb.

Erst im Juni dieses Jahres hatte der Supreme Court einige rechtliche Hürden beseitigt, die der finanziellen Unterstützung der Politik im Weg standen. Grundsätzlich sind Wahlkampfspenden in den USA auf 3300 Dollar pro Person limitiert. Doch es gibt Umwege. Vermögende können Großspenden insbesondere an sogenannte „Political Action Committees“ tätigen, die das Geld dann an einzelne Kandidaten weiterleiten. Aus Elon Musks Kasse flossen so 158 Millionen Dollar an den „Senate Leadership Fund“ der Republikaner, die damit ihre Chancen, im Senat die Oberhand zu bewahren, deutlich erhöhen können.

Auch dank solcher höchstrichterlicher Entscheidungen ging es mit den Zuwendungen aufwärts. Als Hintergrund für die jedoch auch für US-Verhältnisse ungewöhnlich hohe Summe seitens Elon Musks wird vermutet, dass sich in der ansonsten sehr technik-affinen US-amerikanischen Bevölkerung ein mulmiges Gefühl darüber ausgebreitet hat, mit welcher Macht und von der Regierung weitgehend ungebremst die Tech-Konzerne dabei sind, in das Alltagsleben und vor allem in die Arbeitswelt einzugreifen und auf welchen geheimnisvollen Wegen die unzähligen im Netz hinterlassen Daten zu wandern.

Elon Musk liebt, wie Trump, markige Worte. Und so nutzte er das ihm eigene Portal X am 21. Oktober für eine Ansage:

„Mit dem Schwert leben, durch das Schwert sterben. Wer sich mit mir anlegt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass ich herausfinden werde, wer wirklich die Fäden zieht, und dass ich es auf diese Personen abgesehen haben werde, nicht nur auf ihre Marionetten.“

Das zielt direkt auf die Demokraten, die laut jüngsten Umfragen die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen könnten. Geht es nach ihnen, dann könnten sie durch die Einrichtung von Untersuchungsausschüssen insbesondere auch Musks Vorgehen mit dem DOGE in der ersten Jahreshälfte 2025 prüfen wollen, außerdem die verschiedenen Regierungsaufträge an seine Firmen wie Tesla, SpaceX und Starlink.

Als Unternehmer mit Visionen, die ihn bis zum Mars und darüber hinaus tragen, muss er das natürlich verhindern. Wie gesagt: „Money makes the world go around“. Die vielen Millionen des Elon Musk sind so gesehen eben nicht Spenden in staatbürgerlicher Absicht, sondern Investitionen.

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Beleg für das Zitat von Elon Musk unter https://www.webull.com/news/15789359171251200?utm_source=chatgpt.com

Abbildung: Foto „Geld regiert die Welt“ von Felix Imoberger, Ausschnitt; Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported 

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